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Mitteilung vom 09. Nov. 2015 / Ortsverein Spenge

125 Jahre Ortsverein Spenge

Dieses Jubiläum feierte der Ortsverein mit vielen Gästen unter denen die Vorsitzende Annegret Beckmann die Ministerin für Familie, Kinder, Jugendliche, Kultur und Sport des Landes NRW, Christina Kampmann, Landrat Jürgen Müller, MdB Stefan Schwarze, MdL Angela Lück und Bürgermeister Bernd Dumcke begrüßen durfte.

In ihrer Ansprache ging die Ortsvereinsvorsitzende bei einem kurzen historischen Rückblick, angefangen bei der so genannten Spenger Schlacht im Jahr 1891, insbesondere auf die Entwicklung der SPD in Spenge in den letzten 25 Jahren ein. Sie lobte dabei die Spenger Errungenschaften der letzten Jahre, die den Sozialdemokraten besonders wichtig sind, wie die Gründung der Gesamtschule, die neue Stadtbücherei, die Entwicklung der Werburg mit dem geplanten Museum für Kinder und das neugestaltete Spenger Freibad. Natürlich ging sie auf die Herausforderungen ein, die sich aus der derzeitigen Flüchtlingswelle ergeben, und lobte das Engagement der Bevölkerung.

Ministerin Christina Kampmann griff in ihrer Festrede ebenfalls die Flüchtlingsdebatte auf und positionierte sich klar. Wir müssen denen helfen, die vor Krieg und Terror aus ihrer Heimat flüchten müssen. Sie betonte, dass Zuwanderung auch Chancen für unser Land bietet und appellierte an die Sozialdemokratinnen und -demokraten rechtspopulistischen Parolen die Stirn zu bieten. In ihrem Rückblick auf die letzten 125 Jahre strich Christina Kampmann bundespolitische Erfolge der Sozialdemokratie heraus. Angefangen bei der gesetzlichen Rente und dem Frauenwahlrecht bis hin zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und dem flächendeckenden Mindestlohn wies sie darauf hin All das gäbe es nicht ohne die SPD. Besonders erwähnte sie auch den Widerstand den Sozialdemokraten dem Nationalsozialismus entgegengestellt hatten.

Eine besondere Begrüßungsrede hielt Stadtverbandsvorsitzender Gerd Meyer. Er trug vor:

Stellen wir uns das Dorf Spenge im November 1890 vor. Die Gesellschaft hier ist in heftige Bewegung geraten. Wir befinden uns mitten in der industriellen Revolution, deren Auswirkungen die Menschen und ihre Vorstellungen, ihre gesellschaftlichen Stände und ihre bisherigen Milieus völlig durcheinander wirbelt. Und in dieser Zeit treffen sich hier Menschen, die eine Parteiorganisation gründen, um ihre Interessen besser durchsetzen zu können. Was noch niemand ahnt ist, dass es knapp ein Jahr später zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen den Mitgliedern der neuen Partei und einem Teil der Landbevölkerung kommen wird. Die sog. „Spenger Schlacht“ wird das Verhältnis zur Kirche und zu der agrarisch geprägten Bevölkerung noch sehr lange negativ beeinflussen. Nicht nur die SPD hat ihren Ursprung in diesem Jahrhundert der neuen gesellschaftpolitischen Ideen. Die Liberalen und die Vorgängerorganisationen der Christdemokraten sind ebenfalls dort entstanden. Allen diesen Gruppen war gemein, dass sie sich Weltanschauungen verpflichtet fühlten, die sich nach der gesellschaftlichen Zugehörigkeit der Menschen richteten und in bestimmten Schichten dominierten. Ein Arbeiter wählte eben sozialdemokratisch während ein Landwirt eben ganz klar konservativ votierte. Bei den Bildungsbürgern waren eher liberale Ideen angesagt.

Dieses schichtbezogene politische Verhalten der Menschen war noch in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts weit verbreitet. Heute allerdings sind diese Schichten in Auflösung begriffen bzw. bereits zerbröselt. Und damit geht den Parteien zunehmend ihre Stammwählerschaft verloren. Was aber tritt nun an deren Stelle? Parteiprogramme? Können sie Menschen an Parteien binden? Wer kennt sie? Wer versteht sie und will sie überhaupt verstehen? Politisch interessierte Menschen, so sagen es uns Wissenschaftler, welche sich mit dem Mitgliederschwund der großen Parteien auseinandersetzen, engagieren sich heute eher für ein bestimmtes zeitlich begrenztes Projekt . Man will schon was tun, bindet sich aber nicht mehr an Organisationen, die den Ruf haben, Tummelplätze für karrieregeile Menschen zu sein. Außerdem wird vielen Politikern vorgeworfen, nach vergleichsweiser kurzer Wirkungszeit mit Pensionen, die niemand in der gesetzlichen Rentenversicherung je erreichen wird, in der Versenkung zu verschwinden bzw. das Sprungbrett der Politik zu nutzen, um später noch lukrativere Jobs in der Wirtschaft zu finden.

Was also tun, damit die SPD in Spenge auch in 25 Jahren ein Jubiläum feiern kann? Eine neue Offenheit scheint ein gangbarer Weg zu sein. Zusammenarbeit mit Nicht- Parteien oder warum nicht einmal auch eine gemeinsame Veranstaltung mit dem politischen Gegner z. B. bei strittigen kommunalpolitischen Themen? Dabei kann man auch üben, was die meisten Bürger von Parteien erwarten. Dass diese anständig miteinander umgehen.

Der Vor- und Querdenker der SPD, Erhard Eppler, meint hierzu , dass „nicht die Partei am attraktivsten ist, die am hemmungslosesten über andere herziehen kann. Menschen, die noch keiner Partei angehören, fühlen sich einer Partei am nächsten, die ihren Standpunkt auch ohne Verletzung der anderen Seite deutlich machen kann“.

Ich glaube, dass er in weiten Teilen mit dieser Analyse richtig liegt. Und ich glaube auch, dass der SPD- Ortsverein Spenge schon den Weg in diese Richtung eingeschlagen hat. Die SPD ist nicht zu einer Volkspartei geworden, weil kluge Köpfe tolle Gedanken zu Papier gebracht haben, die selbst heute noch aktuell sind. Sie ist groß geworden, weil sie und die Menschen, die sie trugen, sich gegen die Spaltung der Gesellschaft der schnell wachsenden Masse der Arbeiter gewehrt hat. Weil sie dafür gekämpft hat, dass gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Fortschritt allen Menschen zu Gute kommen muss. Die weltweite neoliberale und marktradikale Welle der letzten 25 Jahre hat uns heute wieder ein Auseinanderdriften von Reichtum und Armut beschert, wie es im ausklingenden 19. Jahrhundert ähnlich gewesen sein muss. Der Traum der 70er- Jahre von einer Mittelstandsgesellschaft ist zerstört. Unser Land spaltet sich zunehmend auf in jene, die davon ausgehen können, noch reicher zu werden und diejenigen, die befürchten müssen, dass die ebenfalls wachsende Armut irgendwann auch sie erreicht. Das erzeugt bei vielen Angst und Misstrauen gegenüber Veränderungen. Und bereitet den Boden für Rattenfänger, die diese Ängste auf Minderheiten zu lenken versuchen und einfache Botschaften verbreiten, mit denen angeblich schnell alle Probleme zu beheben wären. Und das hier notwendige politische Gegensteuern ist sicher in einer globalisierten Welt und Wirtschaft deutlich schwerer als vor 150 Jahren in Nationalstaaten. Hinzu kommt, dass es für die meisten Herausforderungen keine einfachen Stammtischlösungen mehr gibt. Selbst in der Kommunalpolitik ist dies mittlerweile an vielen Stellen so.

Enden möchte ich erneut mit einem Zitat von Erhard Eppler. Er sagt zur aktuellen Situation: „ Jetzt ist nicht Zorn gefragt, auch nicht das Schwanken zwischen katholischer Soziallehre und neoliberaler Ökonomie, zwischen Johannes XXIII und Milton Friedman, sondern entschlossenes Gegensteuern gegen das, was unsere Gesellschaft zu spalten droht. Selbstbewusste Sozialdemokraten werden dringend gebraucht.“

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